Vollflächige Designs: Was muss im Schnitt berücksichtigt werden?
Bei All-over-Sublimation wird das Design auf Schnittteile übertragen. Nahtverläufe, Größen, Motivpositionen, Beschnitt und Übergänge müssen deshalb schon vor dem Zuschnitt gemeinsam geplant werden.
Aktualisiert am 03.10.2026 · 2 Min. Lesezeit
Ein vollflächiges Design sieht auf einer flachen Grafik oft einfacher aus, als es in der Produktion ist. Ein Kleidungsstück besteht aus mehreren Schnittteilen, die später zusammengenäht werden.
Design liegt auf Schnittteilen, nicht auf einem Rechteck
Für die Produktion wird das Motiv auf die tatsächlichen Schnittkonturen übertragen.
Dadurch entstehen Fragen:
- Wo verläuft eine Naht?
- Welche Elemente dürfen angeschnitten werden?
- Welche Bereiche liegen später seitlich oder unter dem Arm?
- Wie verändert sich das Motiv je Größe?
Ein Design muss deshalb dreidimensional gedacht werden, obwohl es zunächst zweidimensional gedruckt wird.
Kritische Elemente brauchen Abstand
Logos, Namen, Nummern und Schriftzüge sollten nicht direkt an kritischen Schnittkanten liegen.
Grund ist, dass beim Nähen Teile der bedruckten Fläche in der Nahtzugabe verschwinden.
Außerdem können produktionsbedingte Toleranzen dazu führen, dass ein Element optisch nicht exakt an der erwarteten Kante sitzt.
Übergänge über Nähte sind anspruchsvoll
Ein Muster kann theoretisch über Vorder- und Rückenteil oder Ärmel weiterlaufen. In der Praxis sind exakte Nahtübergänge jedoch anspruchsvoll.
Materialdehnung, Zuschnitt und Nähen beeinflussen die Position.
Deshalb sollte früh geklärt werden, welche Übergänge wirklich exakt sein müssen und wo ein bewusst toleranteres Design sinnvoller ist.
Größen verändern die Gestaltung
Ein Schnitt wird für unterschiedliche Größen verändert.
Dadurch kann ein identisches Motiv in jeder Größe anders auf der Fläche liegen.
Bei zentralen Logos oder Nummern kann eine größenabhängige Positionierung nötig sein. Bei grafischen Mustern muss entschieden werden, ob sie proportional skaliert oder anders angepasst werden.
Personalisierungen brauchen eigene Daten
Namen und Nummern können bei Sublimation direkt in das Design integriert werden.
Dann muss für jede Variante eindeutig feststehen:
- Größe
- Name
- Nummer
- Designversion
Der Beitrag Personalisierungen in Serien: Namen und Nummern zeigt, wie diese Daten organisiert werden sollten.
Schnittänderung bedeutet Designänderung
Wenn der Schnitt nach der Designfreigabe verändert wird, können bestehende Druckdaten unbrauchbar werden.
Das betrifft beispielsweise:
- verlängerte Ärmel
- veränderte Seitenteile
- neue Kragenform
- andere Nahtführung
Deshalb sollte der Schnitt möglichst stabil sein, bevor ein aufwendiges All-over-Design finalisiert wird.
Produktion und Gestaltung zusammen planen
Für komplexe Sublimationsprodukte ist es sinnvoll, Design und Fertigung nicht voneinander zu trennen.
Textilwerk3 verbindet Sublimation mit Zuschnitt und Konfektion. Dadurch kann die Gestaltung direkt auf die reale Produktionslogik abgestimmt werden.